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Reisebericht

AUF DIE COOLE TOUR - SAVALENRALLY 2004

Das Equipment

Von der Fa. baehr www.baehr.net erhielten wir einen vor längerer Zeit entstandenen Prototypen eines beheizten Helmes der so nie in Serie gehen wird da er keine ECE Zulassung erhalten würde. Für uns aber eine willkommene Hilfe das unvermeidliche Beschlagen des Visiers zu verhindern!

Schon seit längerem nutzen wir, nicht nur im Winter, die Heizhandschuhe der
Fa. baehr. Im Gegensatz zu Griffheizungen beheizen sie die Stellen die wirklich im Fahrwind auskühlen; d. h. die Fingerkuppen und den Handrücken. Zudem halten Sie auch bei eingeschalteter Heizung die Finger zuverlässig trocken da die Gore-Tex Membrane oberhalb der Heizelemente angeordnet ist. Hier gibt es bekanntlich Probleme in Verbindung mit Griffheizungen.

Auf Empfehlung unseres Sponsorpartners Mefo www.mefo.de die selbst Spike-Reisen für Wettbewerbseinsätze anbieten haben wir unsere Reifen (mindestens 10 mm Profil) nach Dornbirn in Österreich zur Firma Gummi Raab geschickt wo wir Pkw-Spikes geschossen bekamen.
Eigens für unsere Reise hat unser Sponsorpartner Stadler www.stadler-bekleidung.de einen Overall gefertigt. Dieser relativ dünne Thermo-Anzug der über der normalen Motorradkombi getragen wird schränkt die Bewegungsfreiheit kaum ein bewirkt aber durch die zusätzlichen Luftschichten einen erheblichen Wärmegewinn. Auf Anfrage kann dieser Overall bei Stadler bezogen werden.

"Kamik" kanadische Doppelstiefel mit herausnehmbarem Filz Innenstiefel haben wir bei dem Outdoor-Versand Süd-West in Langenau bezogen.
Tel. 0180-5235236





Tag 1
Start 4.00, 600 km

problemlose Anreise zum Norwegenkai in Kiel. Auch das Verladen auf die Kronprinz Harald der Color Line www.colorline.de erfolgt problemlos - hatten wir doch Bedenken wegen der montierten Spikes.

Schnell haben wir uns mit der Veranstalterin Carola Bade und den weiteren Mitreisenden bekannt gemacht. Alle anderen sind mit Gespannen da (vom 200er Honda Helix Roller über F 650 und V-Max bis K1200 RS.

Beim gemütlichen feuchtfröhlichen Abend kommt man sich näher und wir erfahren, daß die meisten schon mehrfach dabei waren.


Tag 2
Einfahrt in den Oslo Fjord.


Ankunft 9.30; Oslo -10 Grad. Der Zoll winkt uns durch; die geschmuggelten Alkoholika sind sicher in Norwegen.


Leider beschlägt das Visier sofort. Die Kleidung und die Heizhandschuhe sind topp; die nach Norden zunehmende Kälte daher kein Thema! 1. Kaffeerast ist am Elch in Elverum;


die Straßen bis dahin sind weitgehend gut geräumt. Weiter auf der B3. Nun wird es schon schwieriger zu fahren. Nach ca. 1 Stunde sehen wir Susanne am Wegesrand die offensichtlich eine Panne hat. Der Kupplungszug ist gerissen. Ein freundlicher Anwohner stellt uns seine Scheune als Werkstatt zur Verfügung und nach ca. 1 Stunde kann's Weiter gehen.


Kurz darauf sehen wir unseren ersten Elch – zum Glück weit genug weg von der Straße. Tolle Landschaft, blaues Licht aber langsam wird es dunkel. Wir haben Probleme mit entgegenkommenden Lkws und Spurrillen. Der Spurwechsel ist immer eine knifflige Sache. Da es mittlerweile schon dunkel ist entschließen wir uns zu einer letzten Rast vor dem Endspurt. Bei der Auffahrt nach Savalen hat Harald seine erste Bodenberührung und ich kann kurz darauf meinen Sturz nur knapp verhindern. Bei der Ankunft haben wir
-20 Grad.


Bei dem unvermeidlichen Begrüßungsbier werden wir durch eine nette Truppe aus allen Ecken Deutschlands und der Schweiz empfangen. Außer uns sind nur noch 2 Solo-Fahrer da.


Nach einem tollen Skandinavischen Buffet zeigt Sven noch Bilder von seiner Nordkap Reise von der er gerade kam. Danach haben wir reichlich Stoff für interessante Benzin- und Eisgespräche


3. Tag


8.30 es wird hell und die Sonne kommt raus und gibt eine atemberaubende Landschaft frei.


Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet versuchen viele ihre Fahrzeuge zu starten. Wir freuen uns über das Zuhause montierte Starterkabel.


Dann geht's zur Winterolympiade mit 4er Langlaufen, Schlittenfahren und Slalomfahren im Schnee.


Am Nachmittag fahren wir bei strahlendem Wetter nach Tynset.


Noch erhitzt von den vorherigen Aktivitäten fahren wir ohne Overall und Heizhandschuhe. Der Unterschied ist gravierend.
Nach der Rückkunft wärmen wir uns in der Sauna wieder auf bevor wir uns fürs Grillen vorbereiten.
Romantischer geht's nicht: Fackeln säumen den Weg zum Lagerfeuer wo mit Rentierfellen belegte Bänke zum Verweilen einladen.

Auch im Tipizelt lodert ein gemütliches Feuer.


Erstaunlich wie lange man so bei äußerst frostigen Temperaturen so aushalten kann; sicher auch wegen des Glühweins den jeder Teilnehmer mitbringen mußte und der nun literweise fließt.


Tag 4


beginnt deutlich wolkiger doch die Vorfreude auf das reichhaltige Frühstücksbuffet und das heute geplante Eisangeln macht das Aufstehen dennoch leicht.
Nach leichter Verspätung werden wir mit dem Motorschlitten auf die Mitte des Sees gefahren wo wir nach
1,5 Stunden den ersten Fisch der letzten 7 Savalenrallys fangen.

 

Das macht es erst recht zu einem so schnell nicht wiederkehrenden Erlebnis.
So haben wir uns das köstliche Lunchbuffet redlich verdient. Bei einer Tasse Kaffe am Kamin werden die Fische bei Anglerlatein zunehmend größer. Danach schaffen wir bei einem Spaziergang wieder Platz für das finale Abendbuffet das in seinem Umfang und seiner Qualität die bisherigen noch in den Schatten stellt.
Die Auswahl an vielfach landestypischen Spezialitäten ist phantastisch.

Anschließend findet die Prämierung der verschiedenen Spiele und Aktivitäten statt die über das gesamte Wochenende stattfanden.
Ein gelungener Abschluß eines überaus interessanten Wochenendes.


Tag 5

bei leicht bewölktem Wetter verabschieden wir uns vom Savalen Hotel und fahren am gleichnamigen See entlang durch eine Winter Wunderlandschaft.


Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein nähern wir uns dem Rinnebue Fjell. Die urgemütlichen Hütten bei unserer Kaffeerast um 15.00 laden ein die Nacht gleich hier zu verbringen.


Doch dann entscheiden wir uns weiterzufahren und erleben wie schnell sich das Wetter in Norwegen ändern kann. Bei der Auffahrt zum Fjell kämpfen wir noch mit der Straße die uns alles abverlangt. Vor der Steigung bei vereister Fahrbahn müssen wir trotz unserer Spikes fast kapitulieren.


Je weiter wir auf die Passhöhe kommen um so mehr kämpfen wir gegen den Wind, den Nebel und den einsetzenden Schneesturm. mit vereisten Visieren tasten wir uns Meter um Meter weiter. Bei der Abfahrt zieht es mir plötzlich und ohne ersichtlichen Grund das Hinterrad weg und ich finde mich im Schnee wieder. Aber dank der montierten Motorschutzbügel von Hepco & Becker www.hepco-becker.de ist nichts passiert; noch einmal Glück gehabt. Noch einen Tick langsamer nähern wir uns der E6 die wir bei völliger Dunkelheit erreichen. Daher wird es auch nichts mehr mit der gemütlichen Hütte die wir noch finden wollten und freuen und trotzdem über das etwas teure Motel wo wir nach einem erlebnisreichen Tag todmüde alle Viere von uns strecken können.


Tag 6
bewölkt -6 Grad

nach kurzer Zeit verlassen wir wieder die ungeliebte E6 (viel Verkehr; salzige Strassen) und kämpfen uns westwärts. Nach ca. 20 Kilometern hat Harald leider wieder einmal Bodenkontakt. Zum Glück ohne ernsthafte Folgen. Die Straßenverhältnisse verlangen einem Solo-Motorradfahrer schon wirklich alles ab. Die geringste Bewegung an Lenker, Gas oder Bremse kann fatale Folgen haben. An Schräglage sollte man nicht einmal denken. Doch das größte Problem sind ungeduldige, drängende Autofahrer oder entgegenkommender Schwerlastverkehr der einen zum Wechsel der ausgefahrenen Spurrillen zwingt.
Doch wir fahren hauptsächlich auf Nebenstraßen und die atemberaubende Landschaft macht alle Strapazen wett.


Zur Kaffeepause statten wir dem netten Olympiastädtchen Lillehammer einen Besuch ab.



Ab 16.00 versuchen wir eine Campinghütte zu finden. Doch zum einen sind diese knapp gesät und zum anderen zu dieser Jahreszeit oft geschlossen.
Es wird langsam stockdunkel was das Fahren nicht gerade erleichtert. Doch kurz bevor wir in Panik geraden haben wir doch Glück und bekommen eine urgemütliche Hütte mit Kamin und herrlicher Aussicht.



Tag 7
Endspurt;

Abschied nehmen von unserer gemütlichen Hütte. Das Tageslicht gibt einen malerischen Ausblick auf den
See frei.


Die letzten Kilometer entlang des Sees dann geht es auf der B4 flott Richtung Oslo. Noch fahren wir durch schneebedeckte grandiose Landschaften. Doch je näher wir Oslo kommen wird der Verkehr immer dichter und das Fahren für uns dadurch immer gefährlicher. Wenigstens dürfen wir als Motorradfahrer die Mautstellen kostenfrei passieren.
Es bleibt noch Zeit für einen kurzen Spaziergang auf Oslos Einkaufsstrasse der Karl Johans Gate bevor wir pünktlich zur Fähre gelangen wo wir ca. der Hälfte der Rallyteilnehmer wiedersehen.


Bei herrlichem Wetter können wir beim Auslaufen noch einmal Abschied nehmen.



Den Nachmittag verbringen wir damit uns auf dem Schiff zu orientieren und noch letzte Präsente im Duty Free Shop zu besorgen bevor wir mit unseren neu gewonnenen Freunden bei einigen Bierchen unsere Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen.


Ein phantastisches Abenteuer das uns für immer im Gedächtnis bleiben wird.
Wir werden sicher wiederkommen – spätestens wenn wir genug für einen Seitenwagen gespart haben.
An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Carola die diese Veranstaltung möglich macht und alles so toll organisiert hat.

Für alle die dieses phantastische Land einmal im Sommer, unter weniger abenteuerlichen Verhältnissen, kennenlernen wollen empfehlen wir unsere Touren Süd-Norwegen und Nordkapp.